Arealübergreifende Steuerung von Energie, E-Mobilität & Smart Home

Quartier & Areal «Riverside»

Die Energiedaten der 140 Wohnungen in fünf Gebäude werden mit dem Energie­managementsystem, dem ecoEnergyCoach, visualisiert. Dies entspricht der zukunftsorientierten Optimierung der Energieflüsse von Photovoltaik im Gebäude. Elektroautos können an drei Ladestationen mit Solarstrom geladen werden. Die Abrechnung erfolgt einfach & direkt über die Nebenkostenabrechnung der entsprechenden Wohnung.

4528 Zuchwil
(Schweiz)

Wohnung & Gebäude

Elektrischer Energieverbrauch pro Jahr
(noch nicht bekannt)

Fragen & Antworten zum Panelgespräch am 2. Digital Day in Solothurn

Am 10. November fand der 2. Digital Day in Solothurn statt. Während einer Stunde wurde über «smart living im Riverside – von der Idee bis zur Umsetzung» diskutiert. Hier geht es zur Video-Aufzeichnung.

Die wichtigsten Fragen & Antworten zum Gespräch finden Sie im unten stehenden Text.

 

«Smart Home, das intelligente Werkzeug zur Verknüpfung von Gebäudeautomation, Energiemanagement sowie Informations- und Datenaustausch.»
- Roman Hürlimann, Projektleiter «Riverside» bei mha gmbh

Die mha gmbh ist verantwortlich für die lokale Gesamtprojektsteuerung der Quartierentwicklung im Areal Riverside. Roman Hürlimann ist der Bauherrenvertreter bei der Realisierung der ersten 5 Gebäude mit insgesamt 140 von ca. 700 Wohnungen, welche in den nächsten 20 Jahren gebaut werden.

Als Einstieg zuerst die Frage: Was ist Smart Home und warum braucht es Smart Home?

Roman Hürlimann: Aus der Sicht des Investors geht es um die Förderung folgender 4 Aspekte:

  • Die Komfortsteigerung erzielen, also die Marktattraktivität fördern,
  • Bewirtschaftung effizienter machen und somit Zeit & Kosten sparen, - Kommunikation vereinfachen und beschleunigen,
  • Nachhaltigkeit gewährleisten, also die Energieeffizienz maximieren, sodass die Mietenden Kosten sparen können.

Der Begriff «Smart Home» wird ebenfalls von meinen Kollegen und deren Aspekten zusätzlich erläutert.

«Smarthome schafft in diesem Projekt ein neues Verständnis für die Gebäudetechnik und motiviert die Mieter aktiv an der eigenen Energieoptimierung teilzunehmen.»
- Stephan Kellerhals, Geschäftsleitung bei Enerconom AG

Die Ingenieure für Gebäudetechnik der Enerconom AG gestalten heute die Gebäudetechnik von morgen – innovativ, auf Qualität bedacht und nachhaltig in der Region Bern und Solothurn. Dies beispielhaft am Areal Riverside.

Wie wurde in der ersten Projektphase der Umfang von Smart Home definiert?

Stephan Kellerhals: Bereits von Anfang an war klar, dass es ein offenes System sein sollte, welches beliebig erweitert werden kann. So wurden Gegensprechanlage, Türschliessung, Paketfachanlage im Briefkasten und Lift eingebunden. Mit der App lassen sich Licht und Storen steuern oder auch eine Waschmaschine von überall her reservieren. Durch die Bedienung via Smartphone wird also eine Unabhängigkeit von der Witterung geschaffen. Egal, ob es regnet, windet oder plötzlich kälter wird – man kann bequem die Steuerung vornehmen und so mehr oder weniger heizen, mehr oder weniger kühlen oder auch lüften.

Zudem wurde das Energie­managementsystem der ecocoach AG integriert, also ein System zur Messung aller Energieflüsse wie Wasser, Wärme, Strom und Photovoltaikanlage. Die tagesaktuellen Daten und Verbräuche werden so einfach visualisiert und für alle verständlich dargestellt. So ist man sich laufend über den eigenen Verbrauch der Wohnung bewusst.

Neben der App auf dem Smartphone verfügt jede Wohnung ein eigenes Tablet, welches fest in der Wohnung eingebaut ist. Dadurch hat man immer alles verfügbar, egal ob man zu Hause oder unterwegs ist. Dies ermöglicht zudem eine Kommunikation zwischen Mietenden/Verwaltung und Vermieter, denn die Quartierplattform bildet die Möglichkeit zur eigenen Community.

Wie hat die Umsetzung der gewünschten Anforderung in die Ausführung stattgefunden?

Stephan Kellerhals: Zuerst wurden mehrere Systeme miteinander verglichen und die Kosten/Nutzen-Vergleiche führte zur Wahl des jetzigen Energie­managementsystems von ecocoach AG und der modularen Plattform, streamnow von Wincasa AG, welches ein digitales Mietererlebnis schafft. An dieser Stelle muss gesagt sein, dass der Support der Lieferanten hier stets sehr gut war und die Kommunikation gewährleistet war – schliesslich ist jedes neue Projekt individuell und von allen involvierten Parteien kam die nötige Flexibilität, auch einmal eine Extrameile in der Entwicklung oder dem Prozess zu gehen. Schlussendlich können wir jetzt sagen, dass die Lösung aufeinander abgestimmt ist und auch funktioniert.

«Intelligentes Wohnen & Arbeiten ist anhand dieses Projekts bereits heute Realität und wird sich in Zukunft zu einem neuen Standard entwickeln.»
- Maurizio Mancinone, Head of Digitnal Business Development bei Streamnow AG & Wincasa AG

Die modulare Plattform streamnow bietet ein digitales Mieterelebnis und wird bei den Wohnungen im Riverside Areal eingesetzt. So können Immobiliendienstleister ihren Mietenden die digitalen Services anbieten. So wird intelligentes Wohnen & Arbeiten mit den damit verbundenen Dienstleistungen gebündelt und stellt dies als App zur Verfügung.

Was verstehen Sie unter dem Begriff Smart Home?

Maurizio Mancinone: Klassischerweise verstand man bis vor Kurzem darunter, dass in Wohnungen die Steuerung von Licht, Storen und manchmal auch Musik gewährleistet wird. Die Systeme und Möglichkeiten gehen heute aber viel weiter, da die Unternehmen keine Insellösungen mehr bauen, sondern immer häufiger offene Plattformen zur Verfügung stellen, sodass sie in einem digitalen Ökosystem mit anderen Anbietern zusammen funktionieren.

Wie funktionieren denn digitale Ökosysteme und was kann man sich darunter vorstellen?

Maurizio Mancinone: Die Systeme werden so vernetzt, dass systemübergreifende Prozesse abgebildet und digital unterstützt werden können. Das heisst, dass die Daten geteilt oder an nachgelagerte Prozesse und Systeme weitergegeben werden.

Können Sie dies anhand eines Beispiels erläutern?

Maurizio Mancinone: Bei einem Mieterwechsel vererbt das Kernsystem (z. B. eine Arealplattform) die Informationen des neuen Mietenden (z. B. Vor- und Nachname und E-Mail-Adresse) an andere Systeme. Dies ergibt die Möglichkeit, dass Briefkasten, Paketboxen, Sonnerie, Energie­managementsysteme, Zutrittskontroll- und Zugangs-Systeme etc. vollautomatisiert eingespiesen werden und dort, wo möglich, Anzeigen eben digital erfolgen oder Berechtigungen automatisch angelegt werden. So wird die Bewirtschaftung eines Areals extrem effizient.

Wie sehen Sie die Entwicklung von Smart Home in der Zukunft?

Maurizio Mancinone: Die Digitalisierung wird weiter voranschreiten. In Zukunft werden immer mehr Sensoren verbaut, um in einem ersten Schritt Daten über die Nutzung zu erheben und in einem zweiten Schritt direkt die Automation von Prozessen vorzunehmen. Warum soll eine Wohnung den ganzen Tag geheizt werden, wenn zwischen 8.00 und 21.00 Uhr niemand zu Hause ist? Genau diese Art von Automatisierung kann sowohl das Gebäudes selbst betreffen als auch die Services, die den Mietenden zur Verfügung gestellt wird.

Wie soll man sich denn als Eigentümer verhalten?

Maurizio Mancinone: Man sollte sich überlegen, welche digitalen Elemente auf einem Areal Sinn machen, welche Mehrwerte man den Mietenden anbieten möchte und welche Effizienz auf einem Areal digital unterstützt werden soll. Bei Neubauten ist es wichtig, auf Systeme zu setzen, die offene Plattformen zur Verfügung stellen und die Automatisierung von Prozessen auch in Zukunft ermöglicht. Es ist auch ratsam schon sehr früh im Projekt diese Themen aufzugreifen und da mit einem Digitalpartner zusammen zu arbeiten. So kann man früh die Anforderungen definieren, die richtigen Umsetzungspartner wählen und damit teure Fehlinvestitionen vermeiden.

«Dank dem Energie Monitoring von ecocoach AG wird das Bewusstsein geschärft, effizient und nachhaltig mit erneuerbarer Energie umzugehen.»
- Florian Oechslin, Head of Integration bei ecocoach AG

Beim Projekt Riverside wurde das Energie­managementsystem von ecocoach AG eingesetzt. So werden Energieverbräuche verständlich visualisiert und dargestellt. Dies schafft ein Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch. Durch die App können zudem eine Reihe an Smart Home Funktionen gesteuert werden, wie z. B. Licht, Storen oder Personenlift.

Wie kann der Mietende die verschiedenen Anwendungen nutzen?

Florian Oechslin: Über die App kann der Mietende alle Lichter, Storen und Thermostate einfach steuern. Zudem ist eine Funktion für den Lift programmiert, man kann also bequem den Lift via App bestellen. Zudem ermöglicht es den Zugriff auf die Wohnungszähler, also Strom, Heizung und Warm- und Kaltwasser. Ebenfalls kann über die Szenen-Funktion individuelle Szenen erstellen und abspielen. Ein Beispiel dazu wäre eine Simulation gegenüber Einbrechern während den Ferien, welches trotz Abwesenheit die Lichter oder Storen automatisch steuern würde.

Warum hat man sich entschieden, das Tablet in der Wohnung fest zu montieren?

Florian Oechslin: Das Tablet gehört zur Wohnung und soll jederzeit einsatzbereit sein. Auch bei Mieterwechsel soll das Tablet in der Wohnung bleiben und auch für den nächsten Mietenden verfügbar sein. Es besteht aber die Möglichkeit, die App auf den privaten Geräten zu installieren. So kann die Verwaltung die entsprechenden Nutzerberechtigungen vergeben und hat jederzeit den Überblick über die aktuellen Zugriffe aller Mieterparteien.

Was passiert bei einem Internetausfall?

Florian Oechslin: Die Mietenden können weiterhin das Licht und die Storen über die Taster in der Wohnung steuern, denn jede Wohnung verfügt, trotz Smart Home Funktionen via App, immer noch manuelle Schalter. Die Verbindung zwischen der Steuerung in der Wohnung und der App wird bei einem Internetausfall aber getrennt und die Mietenden können über die App nichts mehr steuern, bis das Internet wieder da ist.

Was ist der grösste Unterschied zu einem konventionellen Bauprojekt?

Florian Oechslin: Konventionell werden sehr viele Insellösungen geplant und installiert. Das hat den grossen Nachteil, dass nichts miteinander in Verbindung steht und viel Potential nicht genutzt werden kann. Im Riverside werden diese Insellösungen miteinander verknüpft, was viele Vorteile für den Mietenden wie auch die Verwaltung bringt. z. B. ein Energie­managementsystem über das ganze Areal oder der geringere Verwaltungsaufwand da alles aus der Ferne überwacht und auch via Fernwartungs-Support unterstützt werden kann.

Was war Ihre grösste Herausforderung beim Projekt Riverside?

Florian Oechslin: Für den Mietenden soll das ganze einfach bleiben. Es existiert ein Tablet, worüber alles gesteuert werden kann. Das bedeutet, dass in der Planung/Umsetzung alle Schnittstellen geklärt werden müssen. Es sind sehr viele Parteien involviert was die Koordination schwierig und aufwändig macht. Trotzdem war es stets unser Ziel, für den Mietenden den Mehrwert zu bringen, da er am Ende alles einfacher bedienen kann. Eine Herausforderung ist zudem auch, dass bei der Inbetriebnahme es mehrere Spezialisten braucht, sodass die entsprechenden Systeme und Schnittstellen getestet werden können.

Auf jedem Gebäude sind Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) installiert. Wie profitiert der Mietende davon?

Florian Oechslin: Durch einen ZEV, also einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, ermöglicht es Eigentümern mit dem neuen Energiegesetz von 2018, ihren selbst produzierten Solarstrom - auch über benachbarte Grundstücke hinweg – beteiligten Bewohnern und Nutzern innerhalb dieser Gemeinschaft zum Eigenverbrauch zur Verfügung zu stellen. Der Mietende profitiert dadurch von günstigeren Tarifen und über die App hat er jederzeit den Überblick ob aktuell Netzstrom oder PV Strom bezogen wird. Zudem werden bei genügend PV-Strom automatisch grosse Verbraucher aktiviert (wie Wärmepumpen und/oder Boiler) um den Eigenverbrauch weiter zu steigern.

«Dank guter Zusammenarbeit sind Herausforderungen im Bereich Smart Home im Riverside zu meistern. Nur gemeinsam geht es voran.»
- Fabian von Gunten, Mitglied der Geschäftsleitung bei gsj architekten ag

Fabian von Gunten hat die Projektleitung als Gesamtplaner ARGE gsj architekten / agps architecture für die Bauherrschaft SPA (Swiss Prime Anlagestiftung) vertreten durch die mha gmbh.

Worin bestehen die grössten Herausforderungen von der Idee bis zur Umsetzung des Smart Home Systems aus Sicht Planung und Bauleitung?

Fabian von Gunten: Die grösste Herausforderung ist vermutlich die Definition der Funktionalitäten. Was alles ist möglich? Was ist machbar? Was möchte die Bauherrschaft den Nutzern bieten? Wie soll das Kosten – Nutzen Verhältnis sein? Zudem gibt es diverse Anforderungen in Abhängigkeiten der anzubindenden Nebensysteme und die Bedürfnisse sind zu definieren, damit alle Schnittstellen funktionieren.

Zudem muss man auf dem Markt nach verfügbaren Lösungen schauen. Es müssen mehrere und vergleichbare Angebote von verschiedenen Wettbewerbern eingeholt werden. Wichtig hier war, dass die Schnittstelle zu den Nebensystemen berücksichtigt und alle Funktionalitäten abgedeckt werden.

Die Inputs sollen zudem zeitgerecht in den Bauablauf einwirken und die notwendigen baulichen (Vorbereitungs-) Massnahmen sollen berücksichtigt werden. Es sind viele Fachpersonen und Firmen involviert, z. B. Bauherr, Bauleitung, Fachplaner Elektro, Elektroinstallateur, Lieferanten, Energie­managementsystem, ZEV, Kommunikationsplattform, Briefkastenanlage mit DNS, Schliessanlage, Lieferant elektronische Schliesssysteme, Sonnerie, Liftanlage, PV Anlage, um einige zu nennen. Der ganze Prozess ist für die Qualität wichtig und zeitintensiv. Somit bedarf es für die Inbetriebnahmen mehr Zeit, als dies bei normalen und nicht vernetzten Systemen üblich ist. Die Absicht, ein Smart Home System einzusetzen, muss also bereits ab der Vorprojektphase in den Anforderungskatalog miteinfliessen. Nur so ist von Anfang bis zum Ende alles aufeinander abgestimmt und kann entsprechend funktionieren.

Details zur Referenz

Photovoltaikanlage
  • Leistung 1'200 kWp
  • Stromproduktion ca. 1'200 MWh/Jahr
ecoBatterySystem

Noch kein Batteriesystem verbaut

ecoEnergyCoach

5x Energie­­managementsystem – pro Gebäude

  • Visualisierung der Energiedaten
  • Eigenverbrauchs­­optimierung
  • Optimierung & Steuerung der Energieflüsse von Photovoltaik
ecoChargingCoach

Lademanagement / Lastmanagement für Ladestationen

  • Anzahl Ladestation(en): 3x, davon 2 für Carsharing, weitere Ladestationen folgen
  • Marke: «Weidmüller»
  • Skalierbarkeit: Ladestationen pro Wohneinheit möglich
  • Abrechnung: Direkte Zuordnung & Verrechnung pro Wohneinheit
ecoOneClick

Aufbereitung der Zählerdaten

  • Energieflüsse der 140 Wohneinheiten
  • Heizung, Kalt- & Warmwasser
  • Strom
  • Ladestation
  • Transfer der Energiedaten via Cloud an Abrechnungs­­dienstleister
ecoSetupTool

Plattform für Inbetriebnahme durch Installateure, ermöglicht die Konfiguration ohne Programmierkenntnisse

ecocoach App

Vorteile für Mieter:

  • Steuerung der Wohnung
  • Visualisierung der Energiedaten
  • Szenenerstellung

Vorteile für Vermieter:

  • Überwachung der kompletten Überbauung
  • Alarmmeldung direkt auf Smartphone
  • Einfache Abrechnung
Smart Home

Heizung / Lift / Licht / Jalousien

Besonderheiten
  • Übergeordnete Steuerung der Energieflüsse aller 5 Gebäude
  • Elektroautos mit Solarstrom ladbar
  • Eine Oberfläche für Smart Home, E-Mobilität und Energie
Beteiligte Unternehmen

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